Glossar
Die Begriffe aus Club- und Festival-Bookings, jeder in ein, zwei Sätzen erklärt, mit Beispiel und dem Namen in der anderen Sprache.
44 Begriffe
A
Abrechnung
Settlement, Showabrechnung, Endabrechnung
Der Abschluss nach der Show: Tickets, Einnahmen, Abzüge und Kosten, die endgültige Gage, was schon bezahlt ist und was noch offen ist. Beide Seiten zeichnen ihn ab.
Abzugsteuer (Österreich)
Steuerabzug nach § 99 EStG, Ausländer-Abzugsteuer, Künstlersteuer
Österreichische Steuer auf Gagen von Artists aus dem Ausland: Promoter:innen behalten 20 % der Gage samt übernommenen Kosten ein und führen sie ans Finanzamt ab (§ 99 EStG).
Advance-Sheet
das Advance, Advance-Formular
Das Advance-Sheet hält eine Show schriftlich fest: Deal, Zuständigkeiten, Reise, Hotel, Transfers, Ablauf, Technik, Hospitality, Gästeliste, Promo und Kontakte.
Advancing
das Advance, Showvorbereitung
Advancing heißt, jedes Detail einer gebuchten Show vor dem Showtag schriftlich zu vereinbaren: Deal und Zahlung, Reise, Hotel, Transfers, Set-Zeiten, Rider, Gästeliste und Promo.
Agenturprovision
Provision, Booking-Provision, Agenturanteil
Der Anteil an der Gage, den die Booking-Agentur für ihre Arbeit behält, in der europäischen Clubmusik meist 10 bis 20 %. Er geht von der Artist-Seite ab, Promoter:innen zahlen nichts obendrauf.
Angebot
Offer, Booking-Angebot, Deal Memo
Ein schriftlicher Vorschlag für eine Show mit allen Bedingungen: Datum, Location, Gage und Deal-Typ, wer was übernimmt, Zahlung und Ankündigung. Ist es angenommen, baut der Vertrag darauf auf.
Ankündigungssperre
Embargo, Sperrfrist
Datum und Uhrzeit, vor denen eine Show in keiner Form öffentlich werden darf. Sie steht im Vertrag, in der Ortszeit der Location.
Ansprechperson vor Ort
Day-of Contact, Kontakt am Showtag, Artist Liaison
Die Ansprechperson vor Ort ist die eine Person auf Promoter-Seite, die am Showtag immer erreichbar ist und sich im Club um den Artist kümmert. Name und Handynummer stehen im Day Sheet.
Anzahlung
Deposit, Akontozahlung
Ein Teil der Gage, den Promoter:innen bei Vertragsabschluss zahlen, oft 50 %. Er sichert das Datum. Der Rest kommt vor oder nach der Show, wie es im Vertrag steht.
Auftrittsvertrag
Gastspielvertrag, Engagementvertrag
Die unterschriebene Vereinbarung über eine Show: wer wann wo spielt, Gage und Deal, Zahlung, wer was übernimmt, die Rider und die Stornobedingungen.
Ausländersteuer (Deutschland)
Abzugsteuer nach § 50a EStG, Künstlersteuer, Quellensteuer
Deutsche Steuer auf Gagen von Artists aus dem Ausland, von Promoter:innen einbehalten: 15 % plus Solidaritätszuschlag, zusammen 15,825 % (§ 50a EStG). Bis 250 € je Auftritt nichts.
B
Backline
Backline-Equipment
Das Equipment, auf dem der Artist spielt, ohne es mitzubringen: für DJs Player, Mixer und Plattenspieler, für Bands Verstärker und Schlagzeug. Die PA gehört nicht dazu.
Brutto und netto
Bruttoeinnahmen, Nettoeinnahmen, Netto-Door
Brutto ist der Betrag vor Abzügen, netto das, was nach den Abzügen laut Vertrag übrig bleibt. Bei der Gage geht es um die Umsatzsteuer, bei Tickets auch um Gebühren und Kosten.
Buyout
Barablöse, Catering-Buyout, Hotel-Buyout
Geld statt einer Leistung, die sonst die Promoter:innen stellen würden, etwa Abendessen, Hotel oder Fahrer:in. Betrag und Zahlungsweg stehen vorher fest.
C
Challenge
Aufforderung zur Entscheidung
Die Aufforderung an die erste Option, bis zu einer Frist zu bestätigen oder freizugeben, weil eine Option dahinter ein fixes Angebot hat. Meist 24 bis 72 Stunden.
Changeover
Übergabe, Umbau
Der Changeover ist die Übergabe von einem Act zum nächsten: zwischen zwei DJs fließend, 15–30 Minuten, wenn ein Live-Act aufbauen und einen Line Check machen muss.
Curfew
Sperrstunde, Musikende
Die Curfew ist der späteste Zeitpunkt, bis zu dem Musik laufen darf, festgelegt durch Genehmigung, Lärmschutzauflagen oder Hausregeln. Wer überzieht, wird abgedreht.
D
Day Sheet
Tagesablauf, Tagesplan
Das Day Sheet zeigt einen Showtag in zeitlicher Reihenfolge, jede Zeit in der Ortszeit ihres Orts: Reise, Abholungen, Hotel, Club, Set und wen du anrufst.
DBA-Entlastung
Entlastung an der Quelle, Quellensteuerentlastung, Doppelbesteuerungsabkommen
Weniger oder keine Abzugsteuer, weil ein Doppelbesteuerungsabkommen das Besteuerungsrecht dem Wohnsitzland gibt. Bei Auftritten selten: Meist darf das Land der Show besteuern.
Door Deal
Eintrittsbeteiligung, Door Split
Der Artist bekommt einen vereinbarten Anteil an den Netto-Ticketeinnahmen, ohne Garantie. Ein voller Club zahlt gut, ein leerer wenig oder nichts.
F
Freigabe
Release, Option freigeben
Das Aufgeben einer Option. Der Abend ist wieder frei, die nächste Option rückt auf. Beide Seiten können ohne Kosten freigeben, solange nichts bestätigt ist.
G
Gage plus Kosten
Fee plus, Gage plus Reise, Gage +++
Eine Gage nur fürs Spielen. Reise, Hotel und Transfers zahlen Promoter:innen obendrauf, selbst gebucht oder gegen Beleg erstattet, wie im Deal vereinbart.
Garantie
Garantiegage, Fixgage, Mindestgage
Der Betrag, den der Artist bekommt, egal wie die Tickets laufen. Bei einer Fixgage ist er die ganze Gage, bei Versus- und Bonus-Deals die Untergrenze.
Garantie plus Bonus
Bonus-Deal, Ticketbonus
Eine Garantie, die auf jeden Fall kommt, plus ein fester Bonus ab einer vereinbarten Verkaufsschwelle, etwa 450 bezahlten Tickets. Leichter abzurechnen als ein Versus Deal.
Gebietsschutz
Radiusklausel, Radius, Exklusivität
Die Zusage, im Umkreis einer gebuchten Show und eine Zeit davor und danach keine anderen öffentlichen Shows zu spielen, damit sie nicht mit anderen Terminen konkurriert.
Gästeliste
GL, Gästelistenplätze, Guest List
Die Gästeliste ist die Zahl der freien Eintritte, die der Artist für eine Show bekommt, und die Namen dazu, bis zu einer vereinbarten Deadline an die Promoter:innen geschickt.
H
Hospitality-Rider
Hospo-Rider, Catering-Rider
Was der Artist und die Reisebegleitung rund um die Show brauchen: Backstage, Essen, Getränke und Hotelwünsche. Ein guter ist kurz und konkret.
K
Künstlersozialabgabe
KSA, KSK-Abgabe, Abgabe an die Künstlersozialkasse
Deutsche Abgabe auf Gagen an selbständige Künstler:innen, die Promoter:innen und andere regelmäßige Verwerter zahlen: 4,9 % im Jahr 2026. Sie gilt auch für Artists aus dem Ausland.
L
Landed Deal
All-in-Gage, Pauschalgage, landed
Eine Gage inklusive Anreise: Die Artist-Seite bucht und zahlt Flüge oder Züge davon. Obendrauf zahlen Promoter:innen nur, was laut Deal bei ihnen liegt, etwa das Hotel.
O
Option
Hold, Reservierung
Eine vorläufige Reservierung eines Artist-Termins für eine Anfrage. Sie kostet nichts, bindet niemanden und endet mit Bestätigung, Freigabe oder Ablauf.
Ortszeit
Lokalzeit, Local Time
Ortszeit ist die Uhrzeit dort, wo etwas passiert. Im Day Sheet ist jede Zeit die Ortszeit ihres Orts: Abflug am Abflughafen, Landung am Zielort, das Set im Club.
P
Pressekit
EPK, Press Kit, Pressemappe
Das offizielle Material des Artists für Promotion und Presse: Logos, Pressefotos mit Credits, eine kurze und eine lange Biografie und Links.
R
Rang der Option
Erste Option, zweite Option, Reihung
Die Reihenfolge der Optionen auf einen Abend. Die erste Option darf zuerst bestätigen; wird sie freigegeben oder läuft sie ab, rückt die nächste auf.
Rechnung
Faktura, Anzahlungsrechnung, Schlussrechnung
Das Dokument, das die Zahlung anfordert und die Steuerangaben trägt. Für eine Show: wer an wen, Gage und Kosten getrennt, Umsatzsteuer oder Reverse-Charge-Hinweis, Fälligkeit.
Reiseplan
Itinerary, Reiseübersicht
Der Reiseplan ist die ganze Reise eines Artists für eine Show oder eine Tour, in Reihenfolge: Flüge, Züge, Abholungen und Hotels, mit Ortszeiten, Buchungscodes und Kontakten.
Reverse Charge
Übergang der Steuerschuld, Steuerschuldnerschaft des Leistungsempfängers
Das Unternehmen, das eine Leistung aus dem Ausland bezieht, schuldet die Umsatzsteuer statt der leistenden Seite. Die Rechnung kommt netto, mit beiden UID-Nummern und einem Hinweis darauf.
Routing
Tourrouting, Routenplanung
Routing ist die Reihenfolge und Geografie der Termine eines Artists: welche Shows nebeneinander liegen und wie der Artist ohne unnötige Wege von einer zur nächsten kommt.
S
Set-Zeit
Slot, Spielzeit, Set Time
Die Set-Zeit ist Beginn und Ende des Sets, in Ortszeit des Clubs und an dem Tag, an dem es wirklich stattfindet: Sonntag 01:00–03:00, nicht Samstag.
Stornobedingungen
Stornoklausel, Stornostaffel, Ausfallgage
Die Vertragsregeln für eine bestätigte Show, die nicht stattfindet: Was fällig ist, hängt davon ab, wer absagt, wie knapp vor dem Termin und warum.
T
Tech-Rider
Technical Rider, technischer Rider
Was der Artist technisch für die Show braucht: Equipment mit genauen Modellen, Monitoring, Pult oder Bühne, Strom, Aufbauzeit und einen technischen Kontakt.
Transfers
Ground Transport, Abholung, Fahrdienst
Transfers sind alle Fahrten rund um eine Show: Flughafen oder Bahnhof ins Hotel, Hotel zum Club und zurück, dann wieder zum Flughafen. Dazu gehört, wer fährt, wann und wer zahlt.
U
UID-Nummer
Umsatzsteuer-Identifikationsnummer, UID, USt-IdNr. (Deutschland)
Die Nummer, mit der ein Unternehmen in der EU für die Umsatzsteuer erkennbar ist. In Österreich ATU und acht Ziffern, in Deutschland DE und neun Ziffern (USt-IdNr.).
V
Vereinbarte Kosten
Abzugsfähige Kosten, Kostenaufstellung, Showkosten
Die Showkosten, die Promoter:innen von den Ticketeinnahmen abziehen dürfen, bevor der Door-Anteil berechnet wird. Im Vertrag gelistet und gedeckelt, bei der Abrechnung belegt.
Versus Deal
Versus, Garantie gegen Beteiligung
Der Artist bekommt die Garantie oder einen vereinbarten Anteil an den Netto-Ticketeinnahmen, je nachdem, was höher ist. Was davon gilt, zeigt die Abrechnung nach der Show.
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