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Glossar

Die Begriffe aus Club- und Festival-Bookings, jeder in ein, zwei Sätzen erklärt, mit Beispiel und dem Namen in der anderen Sprache.

44 Begriffe

Deals

Wie eine Gage vereinbart, bezahlt und abgerechnet wird.

12 Begriffe

Abrechnung

Settlement, Showabrechnung, Endabrechnung

Der Abschluss nach der Show: Tickets, Einnahmen, Abzüge und Kosten, die endgültige Gage, was schon bezahlt ist und was noch offen ist. Beide Seiten zeichnen ihn ab.

Angebot

Offer, Booking-Angebot, Deal Memo

Ein schriftlicher Vorschlag für eine Show mit allen Bedingungen: Datum, Location, Gage und Deal-Typ, wer was übernimmt, Zahlung und Ankündigung. Ist es angenommen, baut der Vertrag darauf auf.

Anzahlung

Deposit, Akontozahlung

Ein Teil der Gage, den Promoter:innen bei Vertragsabschluss zahlen, oft 50 %. Er sichert das Datum. Der Rest kommt vor oder nach der Show, wie es im Vertrag steht.

Brutto und netto

Bruttoeinnahmen, Nettoeinnahmen, Netto-Door

Brutto ist der Betrag vor Abzügen, netto das, was nach den Abzügen laut Vertrag übrig bleibt. Bei der Gage geht es um die Umsatzsteuer, bei Tickets auch um Gebühren und Kosten.

Buyout

Barablöse, Catering-Buyout, Hotel-Buyout

Geld statt einer Leistung, die sonst die Promoter:innen stellen würden, etwa Abendessen, Hotel oder Fahrer:in. Betrag und Zahlungsweg stehen vorher fest.

Door Deal

Eintrittsbeteiligung, Door Split

Der Artist bekommt einen vereinbarten Anteil an den Netto-Ticketeinnahmen, ohne Garantie. Ein voller Club zahlt gut, ein leerer wenig oder nichts.

Gage plus Kosten

Fee plus, Gage plus Reise, Gage +++

Eine Gage nur fürs Spielen. Reise, Hotel und Transfers zahlen Promoter:innen obendrauf, selbst gebucht oder gegen Beleg erstattet, wie im Deal vereinbart.

Garantie

Garantiegage, Fixgage, Mindestgage

Der Betrag, den der Artist bekommt, egal wie die Tickets laufen. Bei einer Fixgage ist er die ganze Gage, bei Versus- und Bonus-Deals die Untergrenze.

Garantie plus Bonus

Bonus-Deal, Ticketbonus

Eine Garantie, die auf jeden Fall kommt, plus ein fester Bonus ab einer vereinbarten Verkaufsschwelle, etwa 450 bezahlten Tickets. Leichter abzurechnen als ein Versus Deal.

Landed Deal

All-in-Gage, Pauschalgage, landed

Eine Gage inklusive Anreise: Die Artist-Seite bucht und zahlt Flüge oder Züge davon. Obendrauf zahlen Promoter:innen nur, was laut Deal bei ihnen liegt, etwa das Hotel.

Vereinbarte Kosten

Abzugsfähige Kosten, Kostenaufstellung, Showkosten

Die Showkosten, die Promoter:innen von den Ticketeinnahmen abziehen dürfen, bevor der Door-Anteil berechnet wird. Im Vertrag gelistet und gedeckelt, bei der Abrechnung belegt.

Versus Deal

Versus, Garantie gegen Beteiligung

Der Artist bekommt die Garantie oder einen vereinbarten Anteil an den Netto-Ticketeinnahmen, je nachdem, was höher ist. Was davon gilt, zeigt die Abrechnung nach der Show.

Geld und Steuern

Provision, Rechnungen, Umsatzsteuer und die Steuer auf Gagen.

8 Begriffe

Abzugsteuer (Österreich)

Steuerabzug nach § 99 EStG, Ausländer-Abzugsteuer, Künstlersteuer

Österreichische Steuer auf Gagen von Artists aus dem Ausland: Promoter:innen behalten 20 % der Gage samt übernommenen Kosten ein und führen sie ans Finanzamt ab (§ 99 EStG).

Agenturprovision

Provision, Booking-Provision, Agenturanteil

Der Anteil an der Gage, den die Booking-Agentur für ihre Arbeit behält, in der europäischen Clubmusik meist 10 bis 20 %. Er geht von der Artist-Seite ab, Promoter:innen zahlen nichts obendrauf.

Ausländersteuer (Deutschland)

Abzugsteuer nach § 50a EStG, Künstlersteuer, Quellensteuer

Deutsche Steuer auf Gagen von Artists aus dem Ausland, von Promoter:innen einbehalten: 15 % plus Solidaritätszuschlag, zusammen 15,825 % (§ 50a EStG). Bis 250 € je Auftritt nichts.

DBA-Entlastung

Entlastung an der Quelle, Quellensteuerentlastung, Doppelbesteuerungsabkommen

Weniger oder keine Abzugsteuer, weil ein Doppelbesteuerungsabkommen das Besteuerungsrecht dem Wohnsitzland gibt. Bei Auftritten selten: Meist darf das Land der Show besteuern.

Künstlersozialabgabe

KSA, KSK-Abgabe, Abgabe an die Künstlersozialkasse

Deutsche Abgabe auf Gagen an selbständige Künstler:innen, die Promoter:innen und andere regelmäßige Verwerter zahlen: 4,9 % im Jahr 2026. Sie gilt auch für Artists aus dem Ausland.

Rechnung

Faktura, Anzahlungsrechnung, Schlussrechnung

Das Dokument, das die Zahlung anfordert und die Steuerangaben trägt. Für eine Show: wer an wen, Gage und Kosten getrennt, Umsatzsteuer oder Reverse-Charge-Hinweis, Fälligkeit.

Reverse Charge

Übergang der Steuerschuld, Steuerschuldnerschaft des Leistungsempfängers

Das Unternehmen, das eine Leistung aus dem Ausland bezieht, schuldet die Umsatzsteuer statt der leistenden Seite. Die Rechnung kommt netto, mit beiden UID-Nummern und einem Hinweis darauf.

UID-Nummer

Umsatzsteuer-Identifikationsnummer, UID, USt-IdNr. (Deutschland)

Die Nummer, mit der ein Unternehmen in der EU für die Umsatzsteuer erkennbar ist. In Österreich ATU und acht Ziffern, in Deutschland DE und neun Ziffern (USt-IdNr.).

Optionen und Verträge

Wie ein Datum reserviert, bestätigt und geschützt wird.

8 Begriffe

Ankündigungssperre

Embargo, Sperrfrist

Datum und Uhrzeit, vor denen eine Show in keiner Form öffentlich werden darf. Sie steht im Vertrag, in der Ortszeit der Location.

Auftrittsvertrag

Gastspielvertrag, Engagementvertrag

Die unterschriebene Vereinbarung über eine Show: wer wann wo spielt, Gage und Deal, Zahlung, wer was übernimmt, die Rider und die Stornobedingungen.

Challenge

Aufforderung zur Entscheidung

Die Aufforderung an die erste Option, bis zu einer Frist zu bestätigen oder freizugeben, weil eine Option dahinter ein fixes Angebot hat. Meist 24 bis 72 Stunden.

Freigabe

Release, Option freigeben

Das Aufgeben einer Option. Der Abend ist wieder frei, die nächste Option rückt auf. Beide Seiten können ohne Kosten freigeben, solange nichts bestätigt ist.

Gebietsschutz

Radiusklausel, Radius, Exklusivität

Die Zusage, im Umkreis einer gebuchten Show und eine Zeit davor und danach keine anderen öffentlichen Shows zu spielen, damit sie nicht mit anderen Terminen konkurriert.

Option

Hold, Reservierung

Eine vorläufige Reservierung eines Artist-Termins für eine Anfrage. Sie kostet nichts, bindet niemanden und endet mit Bestätigung, Freigabe oder Ablauf.

Rang der Option

Erste Option, zweite Option, Reihung

Die Reihenfolge der Optionen auf einen Abend. Die erste Option darf zuerst bestätigen; wird sie freigegeben oder läuft sie ab, rückt die nächste auf.

Stornobedingungen

Stornoklausel, Stornostaffel, Ausfallgage

Die Vertragsregeln für eine bestätigte Show, die nicht stattfindet: Was fällig ist, hängt davon ab, wer absagt, wie knapp vor dem Termin und warum.

Advancing

Eine Show vorbereiten, wenn der Deal steht.

4 Begriffe

Advance-Sheet

das Advance, Advance-Formular

Das Advance-Sheet hält eine Show schriftlich fest: Deal, Zuständigkeiten, Reise, Hotel, Transfers, Ablauf, Technik, Hospitality, Gästeliste, Promo und Kontakte.

Advancing

das Advance, Showvorbereitung

Advancing heißt, jedes Detail einer gebuchten Show vor dem Showtag schriftlich zu vereinbaren: Deal und Zahlung, Reise, Hotel, Transfers, Set-Zeiten, Rider, Gästeliste und Promo.

Day Sheet

Tagesablauf, Tagesplan

Das Day Sheet zeigt einen Showtag in zeitlicher Reihenfolge, jede Zeit in der Ortszeit ihres Orts: Reise, Abholungen, Hotel, Club, Set und wen du anrufst.

Routing

Tourrouting, Routenplanung

Routing ist die Reihenfolge und Geografie der Termine eines Artists: welche Shows nebeneinander liegen und wie der Artist ohne unnötige Wege von einer zur nächsten kommt.

Reise und Showtag

Die Anreise, die Zeiten, die Leute vor Ort.

8 Begriffe

Ansprechperson vor Ort

Day-of Contact, Kontakt am Showtag, Artist Liaison

Die Ansprechperson vor Ort ist die eine Person auf Promoter-Seite, die am Showtag immer erreichbar ist und sich im Club um den Artist kümmert. Name und Handynummer stehen im Day Sheet.

Changeover

Übergabe, Umbau

Der Changeover ist die Übergabe von einem Act zum nächsten: zwischen zwei DJs fließend, 15–30 Minuten, wenn ein Live-Act aufbauen und einen Line Check machen muss.

Curfew

Sperrstunde, Musikende

Die Curfew ist der späteste Zeitpunkt, bis zu dem Musik laufen darf, festgelegt durch Genehmigung, Lärmschutzauflagen oder Hausregeln. Wer überzieht, wird abgedreht.

Gästeliste

GL, Gästelistenplätze, Guest List

Die Gästeliste ist die Zahl der freien Eintritte, die der Artist für eine Show bekommt, und die Namen dazu, bis zu einer vereinbarten Deadline an die Promoter:innen geschickt.

Ortszeit

Lokalzeit, Local Time

Ortszeit ist die Uhrzeit dort, wo etwas passiert. Im Day Sheet ist jede Zeit die Ortszeit ihres Orts: Abflug am Abflughafen, Landung am Zielort, das Set im Club.

Reiseplan

Itinerary, Reiseübersicht

Der Reiseplan ist die ganze Reise eines Artists für eine Show oder eine Tour, in Reihenfolge: Flüge, Züge, Abholungen und Hotels, mit Ortszeiten, Buchungscodes und Kontakten.

Set-Zeit

Slot, Spielzeit, Set Time

Die Set-Zeit ist Beginn und Ende des Sets, in Ortszeit des Clubs und an dem Tag, an dem es wirklich stattfindet: Sonntag 01:00–03:00, nicht Samstag.

Transfers

Ground Transport, Abholung, Fahrdienst

Transfers sind alle Fahrten rund um eine Show: Flughafen oder Bahnhof ins Hotel, Hotel zum Club und zurück, dann wieder zum Flughafen. Dazu gehört, wer fährt, wann und wer zahlt.

Rider und Presse

Was der Artist braucht und was die Promoter:innen bekommen.

4 Begriffe

Backline

Backline-Equipment

Das Equipment, auf dem der Artist spielt, ohne es mitzubringen: für DJs Player, Mixer und Plattenspieler, für Bands Verstärker und Schlagzeug. Die PA gehört nicht dazu.

Hospitality-Rider

Hospo-Rider, Catering-Rider

Was der Artist und die Reisebegleitung rund um die Show brauchen: Backstage, Essen, Getränke und Hotelwünsche. Ein guter ist kurz und konkret.

Pressekit

EPK, Press Kit, Pressemappe

Das offizielle Material des Artists für Promotion und Presse: Logos, Pressefotos mit Credits, eine kurze und eine lange Biografie und Links.

Tech-Rider

Technical Rider, technischer Rider

Was der Artist technisch für die Show braucht: Equipment mit genauen Modellen, Monitoring, Pult oder Bühne, Strom, Aufbauzeit und einen technischen Kontakt.

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