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Für Promoter:innen

Deal-Typen erklärt: Landed, Gage plus Kosten, Fixgage

In der Landed-Gage steckt die Reise schon drin, bei Gage plus Kosten zahlst du sie extra. Eine Fixgage bleibt gleich, egal wie viele Tickets du verkaufst.

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Jedes Club-Angebot klärt zwei Dinge: ob die Gage fix ist oder am Ticketverkauf hängt, und wer die Anreise zahlt. Eine Fixgage (auch Garantie) bleibt gleich, egal wie viele Tickets du verkaufst. Landed und Gage plus Kosten regeln die Reise, die entweder in der Gage steckt oder obendrauf kommt. Die meisten Club-Bookings in Europa laufen als Fixgage, landed oder plus Reise. Missverständnisse entstehen fast immer dort, wo jemand das alles in eine einzige Zahl packt.

Fix oder nicht, und wer die Reise zahlt

Eine Fixgage wird voll bezahlt, wenn die Show wie vereinbart stattfindet, egal ob 200 Leute kommen oder 2.000. Du trägst das Ticketrisiko und behältst, was darüber hinaus reinkommt. Willst du das Risiko mit dem Artist teilen, gibt’s Versus, Door Deal und Garantie plus Bonus. Die rechnen wir in Versus, Door Deal und Bonus: So wird abgerechnet mit Zahlen durch.

Die Reise ist eine eigene Frage. Beim Landed Deal bucht und zahlt die Artist-Seite sie aus der Gage. Bei Gage plus Kosten gilt die Gage nur für den Auftritt, und Reise, Hotel und Transfers zahlst du extra.

„2.000 € plus“ und „2.300 € landed“ sind also beides Fixgagen. Steht in einer Mail nur „2.000 € fix“, frag zurück: plus was? Sonst bucht am Ende niemand den Flug, oder beide.

Fixgage

Die Fixgage ist der Normalfall für Artists, die für eine Show anreisen. Die Zahl steht, sobald das Angebot angenommen ist, und wird bezahlt, solange der Artist wie vereinbart spielt. Ist der Abend ausverkauft, bleibt das Plus bei dir. Wenn nicht, trägst du die Lücke.

Die Sicherheit einer Fixgage rechnen Artists mit ein. Wer kein Ticketrisiko trägt, verlangt eine Gage für einen durchschnittlichen Abend, nicht für den besten. Willst du vorab weniger zahlen und den Artist dafür am Erfolg beteiligen, schau dir Versus oder Bonus an. Bei einer ersten Show in einer Stadt, wo noch niemand weiß, wie sie läuft, ist ein Bonus oft der einfachste Einstieg, weil er von den dreien am leichtesten abzurechnen ist.

Landed

Eine Landed-Gage enthält die Reise in die Stadt und wieder nach Hause. Die Artist-Seite sucht und bucht Flüge oder Züge, zahlt sie aus der Gage und trägt das Preisrisiko. Werden die Tickets teurer, ist das ihr Problem. Findet sie was Günstigeres, behält sie die Differenz.

Was „landed“ sonst noch umfasst, legt jede:r ein bisschen anders aus. Oft buchst du trotzdem Hotel und Transfers vor Ort. Stecken auch die in der Gage, sagen die meisten All-in-Gage, aber eben nicht alle. Im Angebot ist auf keins der beiden Wörter Verlass. Schreib jeden Posten auf und dazu, wer ihn übernimmt.

Richtig praktisch wird Landed, wenn der Artist mehrere Shows hintereinander spielt (Routing). Geht’s am Freitag von Berlin nach Wien, am Samstag weiter nach Hamburg und am Sonntag heim, muss niemand Tickets auf drei Promoter:innen aufteilen. Alle drei zahlen ihre fixe Gage, um die Reise kümmert sich die Artist-Seite.

Gage plus Kosten

Bei Gage plus Kosten zahlt die Gage den Auftritt und sonst nichts. Du übernimmst, was im Angebot steht, meist Flüge oder Züge, Hotel und Transfers, manchmal Tagesspesen oder Backline.

Wer bucht, ist von Deal zu Deal verschieden. Entweder schickt die Artist-Seite Wunschzeiten und die Namen der Reisenden und du kaufst die Tickets, oder die Agentur bucht und verrechnet dir die Kosten ohne Aufschlag. Gekauft wird aber nur, was die andere Seite freigegeben hat. Der billige Flug, der eine Stunde vor dem Set landet, oder eine Buchung mit einem Namen, der nicht zum Pass passt, kostet am Ende mehr, als er gespart hat.

Die Gage bleibt so von Show zu Show vergleichbar, und du zahlst, was die Reise wirklich kostet. Das Preisrisiko liegt allerdings bei dir, und ein spät gebuchter Flug kostet schnell das Doppelte.

Dieselbe Show, dreimal kalkuliert

Angenommen, [Artist A] wohnt in Berlin und spielt an einem Samstag in einem Wiener Club für 600 Leute. Eine Person reist: Hin- und Rückflug, eine Hotelnacht, Transfers zwischen Flughafen, Hotel und Club. Sechs Wochen vorher gebucht, kostet die Reise ungefähr:

  • Flug Berlin–Wien und zurück, mit Aufgabegepäck: 260 €
  • Hotel, eine Nacht: 140 €
  • Transfers (Flughafen–Hotel, Hotel–Club und zurück, Hotel–Flughafen): 160 €
  • zusammen: 560 €

Die Artist-Seite will 2.000 € für den Auftritt. Drei Arten, das ins Angebot zu schreiben:

Gage plus Kosten Landed All-in
Gage im Angebot 2.000 € 2.300 € 2.650 €
Flug zahlst du, 260 € in der Gage in der Gage
Hotel zahlst du, 140 € zahlst du, 140 € in der Gage
Transfers zahlst du, 160 € zahlst du, 160 € in der Gage
Du zahlst insgesamt 2.560 €, wenn die Preise halten 2.600 € 2.650 €
Summe steht fest wenn die Reise gebucht ist beim Angebot, bis auf Hotel und Transfers beim Angebot
Preisrisiko beim Flug du Artist-Seite Artist-Seite

Die Landed-Gage liegt 40 € über Auftrittsgage plus erwartetem Flugpreis. Die 40 € zahlen das Preisrisiko und die Arbeit des Buchens, die All-in-Gage legt für Hotel und Transfers noch etwas drauf. Jetzt bucht aber erst drei Wochen vorher jemand, und der Flug kostet 380 €. Dann steigt die Summe bei Gage plus Kosten auf 2.680 €. Landed und All-in bleiben, wo sie sind.

Vergleiche die Summen. 2.300 € landed und 2.000 € plus Reise kosten dich ungefähr gleich viel. Anders ist nur, wer bucht und wer das Risiko trägt.

Was wann passt

Gage plus Kosten Landed All-in
Gut für Promoter:innen, wenn du früh buchst und ein Partnerhotel und eigene Fahrer:innen hast du beim Angebot eine fixe Zahl willst und Hotel und Abholung selbst in der Hand behältst du niemanden hast, der Reisen bucht oder fährt
Gut für Artists, wenn die Gage die Gage bleiben und die Reise nach Aufwand bezahlt werden soll sie mehrere Shows routen oder ihre Flüge selbst wählen wollen sie die ganze Reise selbst steuern wollen
Worauf achten späte Buchungen, falsche Namen, Flüge, die nicht zum Set passen Preissprünge nach dem Angebot, und was genau inklusive ist wer den Artist am Flughafen abholt
Papierkram Belege oder Rechnungen für jeden Posten eine Gage eine Gage

Bist du Artist, noch was. Agenturen nehmen Provision auf die Gage, und in einer Landed-Gage steckt Geld, das nur an die Airline durchgereicht wird. Frag nach, ob die Provision auf die ganze Landed-Gage geht oder auf das, was nach der Reise übrig bleibt. Bei 15 % Provision zum Beispiel sind das 345 € auf 2.300 € gegenüber 306 € auf 2.040 €. Wir nehmen sie bei Landed Deals auf das, was nach der Reise bleibt, die wir bezahlt haben. Wie es bei deiner Agentur läuft, gehört vor der ersten Show schriftlich festgehalten.

Wenn sich die Reise ändert

Flüge fallen aus, Shows werden verschoben. Wer die Lösung zahlt, hängt am Deal-Typ, und das klärt sich im Angebot viel leichter als um sechs Uhr früh am Telefon, wenn der Flug gestrichen ist.

  • Gage plus Kosten: Umbuchungen zahlst du, weil du die Reise zahlst. Außer die Artist-Seite hat sie verursacht, etwa mit einem verpassten Flug, den sie selbst freigegeben hatte.
  • Landed und All-in: Die Artist-Seite bucht um und zahlt, die Gage bleibt gleich.
  • Du verschiebst die Show oder sagst sie ab: Umbuchungsgebühren und verfallene Tickets trägst dann meist du, egal bei welchem Deal-Typ. Eine Landed-Gage ist nicht dafür da, ein neues Datum zu zahlen, um das der Artist nicht gebeten hat. Die Stornobedingungen sollten das regeln.
  • Mehr Leute reisen: Tourmanager:in, VJ, eine zweite Person auf der Bühne. Bei Gage plus Kosten ist jede davon ein weiterer Flug und ein weiteres Zimmer auf deiner Rechnung. Beim Landed Deal steht im Angebot, für wie viele Personen die Gage gilt. Eine zweite Person ist also schon eingepreist, wenn das Angebot rausgeht. Kommt sie später dazu, wird die Gage neu verhandelt.

Buyouts

Ein Buyout ist ein fixer Betrag statt einer Leistung, die du sonst stellen würdest. Typisch im Club-Booking:

  • Hotel-Buyout: Der Artist schläft bei Freund:innen oder bucht lieber selbst, und du zahlst stattdessen zum Beispiel 140 €.
  • Essens-Buyout: Der Club hat keine Küche, also zahlst du 30 € pro reisender Person statt eines Abendessens.
  • Transfer-Buyout: Der Artist nimmt vom Flughafen ein Taxi, und du zahlst fix 60 €, statt jemanden zum Abholen zu schicken.

Ein Buyout ist eine fixe Zahl im Angebot. Belege sammelt hinterher also niemand. Vereinbare ihn vor der Show und halte fest, ob er mit der Gage auf derselben Rechnung kommt. Den Tausch müssen beide Seiten wollen. Steht im Rider ein warmes Essen und der Club hat eine Küche, kannst du nicht am Abend spontan 30 € in die Hand drücken.

Anzahlung und Restzahlung

Die Anzahlung sichert das Datum. Sobald sie da ist, sagt der Artist andere Anfragen für den Abend ab. Im europäischen Club-Booking ist diese Aufteilung üblich:

  • 50 % Anzahlung, fällig ein bis zwei Wochen nach Unterschrift des Vertrags
  • 50 % Restzahlung vor der Show, oft 7 bis 14 Tage vorher, oder wie im Vertrag steht

Festivals und größere Shows zahlen manchmal in mehr Raten. Bei Gage plus Kosten braucht es das Reisegeld vor der Restzahlung, weil Flüge Wochen vorher gekauft werden und wer bucht, das Geld dann braucht. Schreib ins Angebot, wann die Reise verrechnet wird.

Was mit der Anzahlung passiert, wenn die Show abgesagt wird, hängt davon ab, wer absagt und warum. Schreib das in die Stornobedingungen, solange sich alle noch gut verstehen.

Was im Angebot stehen muss

Ein klares Angebot nennt:

  • den Deal-Typ in Worten, die Gage mit Währung und ob die Umsatzsteuer dazukommt
  • bei einer Landed- oder All-in-Gage, was drin ist und für wie viele reisende Personen
  • jeden Posten und wer ihn übernimmt: Flug oder Zug, Hotel (Zimmer, Nächte, Standard), Transfers, Tagesspesen, Backline
  • Buyouts, jeweils mit Betrag
  • Anzahlung und Restzahlung mit Beträgen, Fälligkeiten und Zahlungsweg
  • bei Artists aus dem Ausland, ob Abzugsteuer (Österreich) oder Ausländersteuer (Deutschland) anfällt und wer sie trägt
  • Set-Zeit und Set-Länge, Billing, den Gebietsschutz und das Ankündigungsdatum
  • die Stornobedingungen, und wie lange das Angebot gilt

Alles andere, von der Abholzeit bis zur Gästeliste, kommt ins Advance, sobald der Vertrag unterschrieben ist.

Begriffe in diesem Guide

Garantie

Garantiegage, Fixgage, Mindestgage

Der Betrag, den der Artist bekommt, egal wie die Tickets laufen. Bei einer Fixgage ist er die ganze Gage, bei Versus- und Bonus-Deals die Untergrenze.

Landed Deal

All-in-Gage, Pauschalgage, landed

Eine Gage inklusive Anreise: Die Artist-Seite bucht und zahlt Flüge oder Züge davon. Obendrauf zahlen Promoter:innen nur, was laut Deal bei ihnen liegt, etwa das Hotel.

Gage plus Kosten

Fee plus, Gage plus Reise, Gage +++

Eine Gage nur fürs Spielen. Reise, Hotel und Transfers zahlen Promoter:innen obendrauf, selbst gebucht oder gegen Beleg erstattet, wie im Deal vereinbart.

Buyout

Barablöse, Catering-Buyout, Hotel-Buyout

Geld statt einer Leistung, die sonst die Promoter:innen stellen würden, etwa Abendessen, Hotel oder Fahrer:in. Betrag und Zahlungsweg stehen vorher fest.

Anzahlung

Deposit, Akontozahlung

Ein Teil der Gage, den Promoter:innen bei Vertragsabschluss zahlen, oft 50 %. Er sichert das Datum. Der Rest kommt vor oder nach der Show, wie es im Vertrag steht.

Angebot

Offer, Booking-Angebot, Deal Memo

Ein schriftlicher Vorschlag für eine Show mit allen Bedingungen: Datum, Location, Gage und Deal-Typ, wer was übernimmt, Zahlung und Ankündigung. Ist es angenommen, baut der Vertrag darauf auf.

Agenturprovision

Provision, Booking-Provision, Agenturanteil

Der Anteil an der Gage, den die Booking-Agentur für ihre Arbeit behält, in der europäischen Clubmusik meist 10 bis 20 %. Er geht von der Artist-Seite ab, Promoter:innen zahlen nichts obendrauf.

Routing

Tourrouting, Routenplanung

Routing ist die Reihenfolge und Geografie der Termine eines Artists: welche Shows nebeneinander liegen und wie der Artist ohne unnötige Wege von einer zur nächsten kommt.

Fragen

Ist bei Landed das Hotel dabei?

Nicht automatisch. Landed heißt meist: An- und Abreise stecken in der Gage. Hotel und Transfers sind nur dabei, wenn’s im Angebot steht. Dann heißt das oft All-in-Gage.

Wer bucht bei Gage plus Kosten die Flüge?

Wer im Angebot steht. Meist schickt die Artist-Seite Zeiten und Namen und du buchst, oder die Agentur bucht und verrechnet zum Selbstkostenpreis. Gekauft wird erst, wenn die andere Seite Ja gesagt hat.

Steigt eine Landed-Gage, wenn Flüge teurer werden?

Nein. Das Preisrisiko trägt die Artist-Seite, genau dafür ist die Landed-Gage da. Sie ändert sich nur, wenn sich die Show ändert, etwa durch ein neues Datum.

Was ist ein Buyout?

Ein fixer Betrag statt einer Leistung, die du sonst stellen würdest, zum Beispiel 30 € statt Abendessen. Vereinbart wird er im Angebot, vor der Show.

Wie viel Anzahlung ist üblich?

Bei Clubshows oft 50 % bei Vertragsunterschrift, der Rest vor der Show. Was gilt, steht im Vertrag.

Schon ein Datum im Kopf?

Schick uns Location, Stadt und Datum. Wir sagen dir, wer frei ist und wie der Deal aussehen könnte.

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